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11 Lehrerinnen mit Migrations- oder Fluchthintergrund starten am 02.09.2020 im Kurs „FIT FOR KID“

Ein erster Schritt zurück ins Berufsleben

Im Laufe unserer Sprachkurse durften wir vielen Frauen begegnen, die in ihrem Heimatland Schüler*innen unterrichtet haben. Sie lieben ihren Beruf und vermissen ihre Tätigkeit als Lehrerin sehr. Viele bringen Fachwissen aus ihren Unterrichtsfächern für den Englisch-, Mathematik- Informatik-, Physik- oder Kunstunterricht mit.

Dieses Potenzial könnte auch in unseren deutschen Schulen gut zum Einsatz kommen. Hier im Land jedoch als Lehrerin zu arbeiten, wird für die Frauen sehr schwierig. Auf der anderen Seite erfahren wir in unseren Fortbildungsmodulen für Pädagogische Mitarbeiterinnen an Grundschulen, wie schwer es manchmal ist, allen Kindern aus den verschiedenen Kulturen gerecht zu werden. Es ist ein buntes und schönes Miteinander unter den Schüler*innen. Eine Pädagogische Kraft, die die jeweilige Kultur kennt und so Kinder besser verstehen kann und auch sprachliche Hürden mit Schülern und Eltern überbrücken könnte, wäre manches Mal sehr hilfreich. So ist die Idee geboren, speziell für diese Frauen einen Kurs zu konzipieren. Im eigentlichen Kurs „FIT FOR KID“ bekommen  die Frauen ein Grundgerüst für die Arbeit als Pädagogische Mitarbeiterin an die Hand. Diesen Kurs durchlaufen alle, unabhängig von ihrer Herkunft, die in der Schule als Pädagogische Mitarbeiterin arbeiten möchten. Vorgelagert ist nun noch ein spezieller Vorkurs für die Lehrerinnen aus den verschiedenen Ländern. Um optimal als Zugewanderte auf die Arbeit in der Schule vorbereitet zu sein, ist die Kombination aus einem Vorbereitungskurs und „FIT FOR KID“ zu empfehlen.

Die Frauen bekommen im Vorbereitungskurs eine berufsbezogene Sprachvermittlung auf dem Niveau B2, lernen das deutsche Schulsystem kennen und die damit verbundene demokratische Grundordnung Deutschlands, sie studieren die Kinderrechte und erfahren viel darüber, wie sich das Arbeiten in Deutschland gestaltet und welche Erwartungen, Rechte und Pflichte  im Schuldienst an sie gerichtet werden. Gemeinsam mit den einheimischen Teilnehmerinnen lernen sie dann im zweiten Teil pädagogische und psychologische Grundlagen für die Arbeit kennen, Methodik und Didaktik, sprechen viel über das Thema Kommunikation und ganz praktische Möglichkeiten der Gestaltung unterrichtergänzender Angebote, lernen etwas über Inklusion und Integration und natürlich auch über Organisations- und Rechtsfragen sowie Erste Hilfe.

Wir freuen uns sehr, mit diesen Frauen einen neuen Weg zu beschreiten und sind gespannt auf ihre ersten Erfahrungen in einem Schulpraktikum, welches im Laufe der Fortbildung von den Teilnehmern absolviert werden muss.