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Generative Künstliche Intelligenz - die Zukunft kommt zu früh

So lautete der Vortrag von Michael Brendel, der in verständlicher Sprache den Teilnehmenden erklärte, was Generative KI ist, warum die Welt noch nicht bereit dafür ist und wie eine verantwortungsvolle Nutzung trotzdem möglich ist.

Bevor die Teilnehmenden etwas über Generative Künstliche Intelligent (KI) erfuhren, welche seit 2022 seinen großen Durchbruch hat, nahm Herr Brendel die Zuhörenden noch einmal in die Rückschau der technischen Entwicklungsprozesse seit 1950. Dies half zu verstehen, welche rasanten und großen Veränderungen es seit den 2000er Jahren gibt. Riesige Datenmengen werden seitdem in hoher Geschwindigkeit erkannt, sortiert und kategorisiert. Es betrifft alle Bereiche des Lebens, ob Fotos auf dem Handy, der Staubsauerroboter, die Wetterbeobachtung oder die Industrie. Die Entwicklung ist rasant seit 2022 mit der Einführung von Midjourney und KI Chatbot. Midjourney ist eine Künstliche Intelligenz (KI), die in der Lage ist, KI-Kunst zu erschaffen. Im Dezember 2023 ist bereits die 6. Version herausgekommen. Ein KI-Chatbot ist ein technisches Dialogsystem, das den Dialog zwischen dem Menschen und einem technischen System ermöglicht. Die Konversation erfolgt dabei durch die gesprochene Sprache oder Textform. Am bekanntesten ist Chat GPT, welches bereits täglich von zahlreichen Nutzern privat und auch beruflich eingesetzt wird. Chat GPT schreibt Texte nach Wunsch in Sekunden schnelle, ahmt Stimmen erschreckend echt nach, produziert Gedichte und Musik.

Wie funktionier die KI?

Die KI ist von Menschen trainiert. 1000 GB Informationen ermöglichen, dass die KI lernen kann, wie Menschen aussehen, wie sie sprechen und wie sie die Welt sehen. KI-Erzeugnisse sind inzwischen so gut, dass sie von menschlichen Erzeugnissen nicht zu unterscheiden sind. Fake News gehen dadurch täglich um die Welt. Die Gefahr eines Missbrauchs ist groß.

Herausforderungen für heute

Das Neue ist die Sprache. Jetzt verstehen PCs unsere Sprache. Dafür sind wir noch nicht bereit, denn das Gerät wird mit der Sprache menschlich. Es bleibt aber ein Gerät!, kommentiert Brendel. Menschliche Sprache ist nicht gleich Menschlichkeit! Hinter der Kunst eines Künstlers und dem Gedicht eines Poeten steht immer ein Wille, eine Aussage. KI-Kunst wird einfach produziert anhand der Themen und Wörter, die der Mensch eingibt. Es findet sich dahinter kein Wille oder eine Absicht. KI kann immer nur auf eine vergangene Zeit der Menschen zurückgreifen. Ihre gefütterten Datenmengen bestimmen das, was entsteht.

KI-Erzeugnisse sind nicht nachvollziehbar

KI-Erzeugnisse sind nicht erkennbar

KI-Erzeugnisse sind voller Datenschutz- und Urheberverstößen*

KI-Erzeugnisse haben einen verheerenden ökologischen Fußabdruck*

Institutionen sind noch nicht bereit

Nicht die Politik - Nicht die Medien - Nicht die Bildung!

Nach Einschätzungen von Michael Bredel werden 2/3 der Arbeitsplätze davon beeinflusst werden. In der Bürokommunikation z. B.  ist es vorstellbar, dass ein Mensch Seite an Seite mit einem KI-Assistenten arbeitet und der Mensch so Unterstützung erhält.

Chance für morgen – wir haben es in der Hand!

Chancen für die Menschlichkeit gibt es sicherlich auch viele, wenn die KI richtig eingesetzt wird. Die Generative KI kann in minutenschnelle einen Text in eine andere Sprache übersetzen und erheblich zur Verständigung unter den Menschen beitragen. Ebenfalls kann die KI menschliche Worte in eine einfache Sprache übertragen, um Informationen oder komplexe Strukturen, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Menschen mit einem anderen Kulturhintergrund verständlich zu machen. KI kann körperliche Beeinträchtigungen kompensieren, indem sie z. B. einem Blinden beschreibt, was in der Umgebung zu sehen ist.

Andere Berufe müssen menschlich bleiben und sollten eine Aufwertung erfahren

Die Care-Berufe, Erzieher*innen, Lehrpersonen oder Sozialarbeiter*innen werden wir auch zukünftig als Mensch benötigen. Wir sollten in der Kommunikation mit der KI immer wissen, dass wir als Mensch der Bestimmer sind. Bei der Kommunikation mit einer KI sollte immer ein Ausrufezeichen gesetzt werden, so ein ganz pragmatischer Tipp von Michael Bredel. Du, Mensch bist der Befehlsgeber – es ist nie anders herum. Die KI ist nicht kreativ, sie greift immer nur auf menschliches Wissen zurück. Könnte es eines Tages so sein, dass die KI das Wissen der gesamten Menschheitsgeschichte umfasst?

Die Frage bleibt, wird die KI uns dabei helfen, ein besserer Mensch zu werden? Oder besteht vielmehr die Gefahr, dass wir nicht mehr erkennen, was den Menschen ausmacht. Besteht vielmehr die Gefahr, dass die KI von antidemokratischen Systemen benutzt wird, um Menschen zu manipulieren?

Es gilt in den nächsten Jahren viel zu hinterfragen, genau hinzuschauen und eine Sprachfähigkeit zu entwickeln im Umgang mit KI! Letztlich hält die KI durch ihre Reproduktion menschlichen Wissens uns den Spiegel vor, wie wir Menschen leben. Vielleicht besteht in der Suche nach Beantwortung der Frage, die größte Aufgabe des Menschen. Was ist der Mensch?

 

*(die ersten Klagen von Künstlern, Musikern liegen vor)

*(um ein KI-Kunstbild zu erstellen benötigt es ca. 50.000 Gamer-Grafikkarten)

22.02.24 22:00:40